fabulo.
Abenteuer · Beispielgeschichte

Leo und der mutige Drache

Leo wanderte am Fuß der Berge entlang. Der Wind roch nach Heu und Sommer, und über den Wiesen kreisten weiße Wolken.

Hinter einem großen Felsen hörte Leo auf einmal ein leises Schnaufen. Er ging vorsichtig näher. Da saß ein Drache. Er war rot wie Mohn und ungefähr so groß wie ein junges Pferd. Seine Schwanzspitze zuckte unruhig.

»Hallo«, sagte Leo. »Was ist los mit dir?«

Der Drache schaute Leo aus großen, gelben Augen an. »Ich bin Funke. Heute soll ich zum ersten Mal fliegen. Aber ich habe Angst.«

Leo setzte sich neben Funke ins Gras. »Wovor genau?«

»Davor, dass ich falle«, murmelte Funke. »Und davor, dass die anderen Drachen lachen.«

Leo dachte nach. Dann sagte er: »Weißt du, am Anfang ist alles ein bisschen wackelig. Beim Laufen, beim Schwimmen, beim Fahrradfahren. Wenn man nie startet, lernt man es nie.«

Funke schaute auf seine Krallen. »Du hast recht.«

»Ich gebe dir Zeichen«, schlug Leo vor. »Ich winke, dann startest du. Ich winke noch mal, dann landest du. Ich bin direkt hier.«

Funke nickte. Er stellte sich auf seine starken Hinterbeine, breitete die Flügel aus und schaute Leo an. Leo winkte.

Funke sprang. Seine Flügel schlugen einmal, zweimal, dreimal. Und dann flog er. Er flog wirklich. Er flog im Bogen um den Felsen, über die Wiese, fast bis zur Spitze des nächsten Hügels. Leo jubelte und winkte mit beiden Armen.

Funke landete vor ihm im Gras. Er war ein bisschen außer Atem und sehr stolz. »Ich kann es!«, rief er.

Leo lachte. »Ich wusste es.«

Sie blieben noch lange auf der Wiese sitzen, bis die Sonne hinter den Bergen verschwand. Funke sagte Leo, dass er jederzeit wiederkommen dürfe. Und dass das nächste Mal Leo mitfliegen werde, wenn er wolle.

Gute Nacht, Leo!

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